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Kennzeichnung von KI-generierter Musik

vor 53 Minuten
2 Min. Lesezeit

Repräsentative Allensbach-Umfrage des Deutschen Musikinformationszentrums untersucht Einstellungen der Bevölkerung zu Musik und Künstlicher Intelligenz



KI-generierte Musik ist für viele Menschen bereits Teil ihrer Hörerfahrung. Zugleich wünscht sich eine deutliche Mehrheit Transparenz: Zwei Drittel der Bevölkerung ab 16 Jahre sprechen sich dafür aus, KI-generierte Musik eindeutig zu kennzeichnen. Das zeigt eine neue bevölkerungsrepräsentative Umfrage des Deutschen Musikinformationszentrums (miz), die vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt wurde. Der vollständige Ergebnisbericht steht unter miz.org zur Verfügung.


Wie der Einsatz von KI bewertet wird, hängt stark vom jeweiligen Anwendungsbereich ab. Als unterstützendes Werkzeug oder zur Erzeugung von Hintergrundmusik findet KI deutlich mehr Zustimmung. Wo sie dagegen an die Stelle menschlicher Kreativität tritt, überwiegen die Vorbehalte: Nur 15 Prozent finden es in Ordnung, wenn KI ohne menschliche Beteiligung Musikstücke generiert. KI-generierte Gesangsstimmen akzeptieren 16 Prozent, die Imitation der Stimmen bestimmter Künstler:innen lediglich 10 Prozent. Dass KI-generierte Musik bei Streamingdiensten angeboten wird, finden 22 Prozent in Ordnung; im Radio akzeptieren dies 15 Prozent.


40 Prozent der Bevölkerung geben an, bereits bewusst KI-generierte Musik gehört zu haben. Knapp der Hälfte von ihnen hat die gehörte Musik gut oder sehr gut gefallen. Dennoch bleibt menschliche Kreativität auch in dieser Gruppe für viele ein entscheidendes Qualitätsmerkmal: 42 Prozent der Befragten mit bewusster Hörerfahrung halten sie für eine notwendige Voraussetzung guter Musik. Unter denjenigen ohne entsprechende Hörerfahrung sind es 51 Prozent. 


Eine Mehrheit spricht sich außerdem dafür aus, Musiker:innen und Komponist:innen zu vergüten, wenn ihre Werke zum Training von KI genutzt werden: 58 Prozent befürworten dies. Ebenso viele sehen in KI eine Bedrohung für die berufliche Existenz von Künstler:innen. Auch mögliche politische Risiken werden wahrgenommen: 28 Prozent befürchten, dass KI verstärkt eingesetzt werden könnte, um Lieder mit radikalen politischen Botschaften zu produzieren und zu verbreiten.


Jüngere Menschen stehen dem Einsatz von KI aufgeschlossener gegenüber und erkennen darin häufiger kreative Potenziale. 47 Prozent der 16- bis 29-Jährigen glauben, dass durch KI neue Arten von Musik oder neue Musikgenres entstehen können; bei den über 60-Jährigen sind es 24 Prozent. Auch bewusste Hörerfahrungen mit KI-generierter Musik sind unter Jüngeren weiter verbreitet: Während der Anteil in der Gesamtbevölkerung bei 40 Prozent liegt, beträgt er bei den 16- bis 29-Jährigen 63 Prozent. Selbst Musik mithilfe von KI erstellt haben bislang allerdings erst 4 Prozent der Bevölkerung. 


Stephan Schulmeistrat, Leiter des Deutschen Musikinformationszentrums: „Unsere Umfrage zeigt keine pauschale Zustimmung oder Ablehnung von KI. Die Bevölkerung unterscheidet deutlich danach, wofür sie eingesetzt wird: Als unterstützendes Werkzeug findet KI eher Akzeptanz; wo sie menschliche Kreativität ersetzt, überwiegen die Vorbehalte. Zugleich sprechen sich klare Mehrheiten für die Kennzeichnung KI-generierter Musik und für eine Vergütung der Kreativen aus.“ 


Die Studie ist die zweite Umfrage der Reihe „Musikmonitor Deutschland“ des Deutschen Musikinformationszentrums. Für die Untersuchung führte das Institut für Demoskopie Allensbach zwischen dem 3. und 16. Juli 2026 insgesamt 1.040 mündlich-persönliche Interviews mit Personen ab 16 Jahre durch. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland ab 16 Jahre. 


Das Deutsche Musikinformationszentrum ist eine Einrichtung des Deutschen Musikrats.


Quelle: Deutscher Musikrat gGmbH / Deutsches Musikinformationszentrum


Foto © Unsplash / Veli Batuhan Aytaç

 
 
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