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Jogging mit Musik

Musik und Gesundheit

Musik kann gesund machen. Dabei denken wir an Musiktherapie, Musik und Demenz, Musik als kommunikative Unterstützung für sprachlich beeinträchtigte Menschen, Einfluss auf körperliche Vorgänge wie Atem, Herzschlag und Hormonhaushalt, Schmerzlinderung durch Musik, Begünstigung von Synapsen-Vernetzung oder einfach Musik als Beitrag zur Lebensfreude.

Musik kann aber auch krank machen. Physiologisch durch täglich stundenlanges Üben und spielen im Proben- und Orchesteralltag. Sehnenscheidenentzündungen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Stimmbeschwerden o.ä. betreffen Instrumentalist:innen wie Sänger:innen. Schmerzen durch Fehlbelastungen und Überlastungen wieder zu heilen, macht sich die Musiker:innenmedizin zur Aufgabe. Im besten Fall wird ihnen jedoch schon vorgebeugt. Die Möglichkeiten dafür sind zahlreich, angefangen bei Feldenkrais, Alexandertechnik, Atemarbeit, Yoga, Stimmphysiologie, Lichtenberger Methode, Franklin-Methode, Meditation, Qi Gong, Wahrnehmungsübungen, progressiver Muskelentspannung und gesunder Ernährung. Andererseits ganz physikalisch z.B. durch Schallschutzwände oder individuellen Gehörschutz um Hörschäden vorzubeugen, wozu Arbeitgeber:innen nach der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung auch verpflichtet sind.

Und wenn mal nicht der Bewegungsapparat, die Stimme oder die Ohren betroffen sind? Psychotherapeutische Angebote im Bereich der Musiktherapie wahrzunehmen, scheint viel akzeptierter zu sein, als psychische Krankheiten selbst, die in musikalischen Berufen jedoch keine Seltenheit sind. Wenn wir über Auftrittsangst, Lampenfieber und Stressbewältigung hinaus hin zu Depressionen, Psychosen oder Angststörungen schauen, stoßen wir teilweise noch auf Irritation, Verständnislosigkeit, Unwissen oder Angst, sei es bei Arbeitgeber:innen, Bekannten oder sich selbst.

Welche Themen auch für psychische Musiker:innen-Gesundheit von Bedeutung sind, wird z.B. dann deutlich, wenn wir uns vorstellen, dass in „unseren“ Bereichen der Gesellschaft eine Umgebung geschaffen werden kann, die Risiken für psychische Probleme, auf die wir Einfluss haben, vermeidet. Sei es durch Fortbildungen für Musikschullehrkräfte, Workshops oder Arbeitsgruppen zu Themen wie Antirassismus, Critical Whiteness, Queerfeminismus und anderem, was dazu beiträgt, dass niemand diskriminiert oder unnötig belastet wird.

Ein weitergehender Ansatz wäre Kunst auf Rezept". Das EU-geförderte Projekt „Arts on Prescription („Kunst auf Rezept“) wurde im Zeitraum 2023 bis Ende 2025 u.a. in Norwegen, Finnland, Großbritannien und Deutschland durchgeführt und evaluiert. Es hilft Behörden sowie Kultur- und Gesundheitseinrichtungen, Menschen mit psychischen Problemen in soziale und nicht-therapeutische Kunstaktivitäten einzubeziehen, um ihr geistiges Wohlbefinden zu verbessern.

 

Mehr Austausch und Wissen teilen

Wer sich zu diesen Themen austauschen will, bitte melden, denn so können alle Interessierten ihr Wissen teilen und uns gemeinsam ein Stück weiter bringen. Erstkontakt: Adam Ambarzumjan, mail@adam-ambarzumjan.com, er ist Vorstandsmitglied und leitet das Referat Musik und Gesundheit.

Studentisches Gesundheitsmanagement

Die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HMDK) Stuttgart kümmert sich im Projekt „Spielend gesund“ um studentisches Gesundheitsmanagement an der HMDK Stuttgart in Kooperation mit der TK - Techniker Krankenkasse.

Freiburger Institut für Musikermedizin

Das Freiburger Institut für Musikermedizin (FIM) ist eine gemeinsame Einrichtung der Hochschule für Musik und der Albert-Ludwigs-Universität, vertreten durch die Medizinische Fakultät. Zum Zwecke der Krankenversorgung besteht eine Kooperation mit dem Universitätsklinikum Freiburg. Das FIM wurde im Herbst 2005 mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg neu gegründet.

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Nachfolgend gelangen Sie zur Website des FIM an der Hochschule für Musik Freiburg. Sie finden dort weitere Informationen, u.a. zu Konzept und Aufgaben, Lehre und Fortbildung sowie Veranstaltungen.

Deutscher Kulturrat Positionspapier

Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, legte im September 2024 mit dem Papier „Gemeinsame Verantwortung: Für sicheres und respektvolles Arbeiten in Kunst, Kultur und Medien“ eine Positionierung zum wertschätzenden Arbeiten und respektvollen Miteinander im Kunst-, Kultur- und Medienbereich vor.

In Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz wird unmissverständlich festgestellt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Dieser Grundsatz, der auch in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen festgelegt ist, gilt für alle Menschen weltweit. Die Würde des Menschen zu achten und zu schützen, ist damit unverhandelbare Voraussetzung für das Zusammenleben in unserer freiheitlichen Demokratie und gilt selbstverständlich auch für die Arbeitswelt. Hieraus folgt die Verpflichtung, eine von Anerkennung, Respekt und Wertschätzung geprägte Arbeitskultur zu schaffen und aufrechtzuerhalten. Individuelle Identität muss respektiert und die daraus resultierende Vielfalt unterstützt werden.

​Kunst auf Rezept 

 

„Kunst auf Rezept“ ist ein innovativer Ansatz, der zukünftig auch für die positive Wirkung von Musik und Musiktherapie in Deutschland noch mehr genutzt werden könnte. Dafür wurde das EU-geförderte Projekt „Arts on Prescription („Kunst auf Rezept“) im Zeitraum 2023 bis Ende 2025 u.a. in Norwegen, Finnland und Deutschland durchgeführt und evaluiert. Es hilft Behörden sowie Kultur- und Gesundheitseinrichtungen, Menschen mit psychischen Problemen in soziale und nicht-therapeutische Kunstaktivitäten einzubeziehen, um ihr geistiges Wohlbefinden zu verbessern. Die Idee ist, dass Menschen mit einer diagnostizierten psychischen Erkrankung wie Depressionen, Stress oder Angstzuständen oder Menschen mit erhöhtem Risiko einer solchen Erkrankung (z. B. aufgrund von Einsamkeit), kein Rezept für Medikamente oder Therapien erhalten, sondern die Teilnahme an regelmäßigen künstlerischen Gruppen-Aktivitäten ermöglicht wird. Dies hat nachweislich positive gesundheitliche Auswirkungen. Die Herausforderung für die öffentliche Hand bei der Planung und Durchführung eines solchen Programms liegt in der mangelnden Kooperation zwischen dem Kultur- und Gesundheitssektor, dem fehlenden Wissen über die Einrichtung, Organisation und Evaluierung eines Programms und einer fehlenden langfristigen Finanzierung.

Das Karolinska-Institut in Stockholm, Schweden, ist eine der weltweit führenden medizinischen Universitäten. Obwohl es keinen grundständigen Studiengang speziell für Musik und Medizin" anbietet, verbindet die renommierte Forschungsgruppe Neuropsychology of Music (geleitet von Prof. Fredrik Ullén) beide Welten.

„Kunst auf Rezept" - Kultur fördert die Gesundheit | ndr.de

„Kultur auf Rezept“ – wenn der Arzt Konzertkarten verschreibt | Klassik Radio

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