Fragen zur Landtagswahl am 8. März in Baden-Württemberg
- Tonkünstlerverband BW
- vor 28 Minuten
- 2 Min. Lesezeit
Die Spitzenkandidierenden und ihre Fraktionen haben geantwortet

Im Vorfeld der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 haben wir uns gefragt, welche Zukunftsperspektiven sich für die Kultur- und Kreativwirtschaft, insbesondere die Musik in Baden-Württemberg, ergeben. Deshalb wurden sechs Fragen zur Landtagswahl an alle Spitzenkandidierenden und ihre Fraktionen geschickt, die auch umfassend beantwortet wurden.
Zunächst wurde nach dem persönlichen Bezug zur Musik gefragt. Beispielsweise werden bei Cem Özdemir, Spitzenkandidat von Bündnis 90 / Die Grünen, Kindheitserinnerungen geweckt an Kassetten-Bandsalat oder erste Live-Konzertbesuche von „Schwoißfuaß“ in der Festhalle seiner Geburtsstadt Bad Urach. CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel verbindet mit Musik in erster Linie Heimat, Begegnung und Zusammenhalt, seit seiner Kindheit im Musikverein im Dorf genauso wie bei großen Konzerten.
Es folgten drei Fragen zum Stellenwert musikalischer Bildung im Fächerkanon der Schulen und im Rahmen des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter, zu den Folgen des Herrenberg-Urteils mit dem Anspruch freie Honorartätigkeiten auch in Zukunft rechtssicher zu ermöglichen sowie zu den Forderungen nach Mindesthonoraren und der Aktivrente auch für Selbstständige, um letztendlich faire Rahmenbedingungen für freie Honorarkräfte und Festangestellte zu schaffen.
Die fünfte Frage zielte darauf ab, dass in Baden-Württemberg freie Musiklehrkräfte und private Musikschulen für ihre musikalischen Bildungsangebote keine staatlichen Fördermittel erhalten, obwohl sie damit auch gemeinwohlorientiert einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten. In Bayern werden über den Tonkünstlerverband seit 2013 neben den öffentlichen Sing- und Musikschulen auch freie Musiklehrkräfte und private Musikinstitute im Schulterschluss mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst erfolgreich gefördert. Nicht zuletzt die musikalische Breitenförderung, insbesondere im ländlichen Raum, profitiert davon.
Die abschließende sechste Frage bezog sich auf den Erhalt und die Weiterentwicklung unseres immateriellen kulturellen Erbes, von Chören und Orchestern bis hin zu Bands und freien Spielstätten. Denn nach aktuellen Daten wird Kultur in Baden-Württemberg im bundesweiten Vergleich unterdurchschnittlich finanziert. Das betrifft nicht nur große Institutionen, sondern auch freie Szenen und kleinere Spielorte. Jazz- und Popmusik haben in den vergangenen Jahren durch verschiedene Programme an Sichtbarkeit gewonnen, trotzdem bleibt ihre Förderung, besonders im wirtschaftlich schwerer zu tragenden Jazzbereich, deutlich hinter den klassischen Strukturen zurück, etwa bei Gagen, Spielstättenförderung oder Planungssicherheit.
Die gewählte Antwort-Reihenfolge der Parteien basiert auf dem Ergebnis der Landtagswahl 2021 und der Auflistung der Parteien mit Spitzenkandidierenden in 2026 durch die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.
Alle Antworten HIER im Online-Flipbook oder nachfolgend zum Download als PDF.
Unser Dank gilt den Spitzenkandidierenden, den Fraktionen und kulturpolitisch mitverantwortlichen Abgeordneten für ihr Engagement und ihre Antworten. Nun haben wir in Baden-Württemberg erneut die Wahl und sollten deshalb auch wählen gehen!
Foto © iStock.com / guvendemir





